
03.11.2009 in the middle of the night:
Wir waren in der Nacht nicht so richtig ins Bett zu bekommen, viel zu wertvoll war die Zeit und noch beeindruckender der Anblick, der sich unseren Augen bot. Jeder mit einer Tasse englischem Tee, aus dem Frankfurter Starbucks entwendet, blickten wir schweigend auf die Stadt, nur ab und an musste mal eine von uns beiden losqiecken vor Freude und Fassungslosigkeit.
Es war um 3 in der Nacht als wir dann aus purer Vernunft und im Hinblick auf unsere 4 stuendige Citytour, die in wenigen Stunden beginnen sollte, doch noch die Augen schlossen. Kurz nach 6 wachte ich allerdings von alleine auf, weil ich Angst hatte, der Wecker koenne eventuell nicht richtig gestellt sein.
Nachdem wir uns beide in relativ tageslichttaugliche Menschen verwandelt hatten, streunten wir zum Fruehstueck... es erwartete uns ein absolutes Wahnsinnsbuffet mit allem was das Herz begehrte.. englisches, amerikanisches, chinesisches Fruehstueck, frisches Obst, Pasteten, Suppen, Haferschleim .. fuer jeden etwas dabei. In Gedenken an Brenda in Australien, bei der es auch immer typisch englisches Fruehstueck gab, stuerzte ich mich zunaechst auf Baked Beans on toast, probierte aber schlieslich alles Mal, um mit dickem Bauch meinen Verdauungsspaziergang zum viele Strassen entfernten Kowloon-Hotel anzutreten, wo die Citytour begann.
Dort angekommen, stellten wir fest... Mist, nur Deutsche im Bus, typische Touries, sind wir auch so? Wo sind meine Sandalen mit weissen Tennissocken? :) Nee, mir sei aus Sachsen und obendrein noch bissl verrueckt, das leben wir heut schamlos aus *lach* Sollen die doch mal raetseln, welche Sprache mir sprechen. Die Thueringer im Bus werden gleich unsere neuen Freunde..
Die erste Sehenswuerdigkeit von Hongkong ist ein wenig entfernt, es geht einen steilen Berg hoch, den sog. Peak... von dort aus haben wir eine herrliche Aussicht auf die Stadt, dummerweise ist es ein wenig trueb um die Zeit (haetten wir doch laenger schlafen sollen).. es ist eigentlich nicht viel Zeit; unsere nette Reiesefuehrerin Winnie, die selbst ein paar Jahre in Good Old Germany gelebt hat, erklaert die Stadt in Zahlen (da sind sie wieder, die anderen Dimensionen) und laesst uns dann selbst ne halbe Stunde umhergucken. Die herrlichen Laeden, die wir auf unserem Weg zur Toilette entdecken, koennen wir Dank der Zeiteinschraenkung nicht pluendern...
Und schon geht es den Berg wieder hinab vorbei an den Promivillen sozusagen, die hongkongnesischen sind mir natuerlich jetzt nicht so bekannt, hin zum Strand, jepp, in Hongkong gibt es einen grossen Strand, hab ich auch erst erfahren, als ich dort auf meinem Sitz kauerte... damit hatten die zwei Arzgebirgsmaad nun wirklich nicht gerechnet, heute schon ans Wasser zu kommen... Juhuu! Mit einem Jubelschrei ging es aus dem Bus und gradewegs in den herrlichen Sand ..



...ja sooo stellt man sich Urlaub vor! Cool war ja auch dieses Feng-Shui-Hotel mit dem Loch in der Mitte, damit soll der Drachen den Weg vom Berg zum Wasser nicht versperrt bekommen... Leider haben wir es wieder einmal geschafft den kompletten Bus zu unterhalten, indem wir mit nassen Hosen und Sand wieder einsteigen mussten. Aber voellig egal, hey wir sind auf unserer Reise des Lebens ;) Weiter gings auf Bootstour, wo wir direkt an einem Restaurant im Wasser vorbeikamen mit typischen chinesischen Style, wie man es sich halt vorstellt. Gigantisch war auch der Blick vom Wasser aus auf die Skyline!


Nun war unsere Tour schon fast wieder vorbei und wir beendeten unseren Hongkongzwischenstop mit nochmals shoppen. Im Hellen sieht alles doch irgendwie anders aus und an manchen Gassen geht man lieber schnell weiter...die Menschenmassen und dieses Ueberdimensionale war mir dann nach allen Strapazen doch auch zu viel und ich brauchte ne Pause. Wohin? Dreimal duerft ihr raten...Ich muss es nicht erwaehnen. Aber nun mussten wir auch schon das Gepaeck holen, was mich echt richtig annervte! Ein Shuttle fuhr uns direkt zum Airport-Express und nun gings 15.30 Uhr zurueck zum Flughafen.
Jetzt schon der Heimat ganz schoen fern, sollte es nun ans andere Ende der Welt gehen. Die letzten Hongkong-Dollar wurden wieder fuer Essen ausgegeben und ploetzlich waren wir wieder recht spaet dran und mussten zur Maschine rennen. Diesmal war keine Frau mit Kind, neee aber eine lustige Chinesische alte Dame, die auf unserem Fensterplatz sass! Grrr, you are on MY seat!!! Diesmal nicht, wir bekamen unseren Platz und ich glaube die Frau hatte uns lieb :) Wir mussten naemlich direkt nach dem Start nochmal in unsere Taschen und nachdem sie mir auf irgendeine (feuchte) Weise erzaehlte sie habe 4 Tage nicht geschlafen, schlief sie noch vor dem Start ein... Ein zweites Mal geweckt wurde sie, als es Abendbrot gab...lecker! Aber dann machte sich auch bei mir die Anstrengung bemerkbar... Nacht Ralf!
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